G e s c h i c h t e

 

DIE VEREINSGRÜNDUNG

Bei der Gründung unseres Vereins im Jahre 1950 war zu unserem Vorteil bereits eine solide Basis vorhanden, so dass die Aufbauarbeit nicht bei Null beginnen musste. Hierzu kurz die Vorgeschichte dieser günstigen Ausgangssituation, durch die unserem Verein entscheidende "Geburtshilfe" geleistet wurde:
Im Sommer 1949 gründete der Handballverein DJK Saxonia Lendringsen unter seinem Vorsitzenden Franz Pingel eine Fußballabteilung, zu deren Abteilungsobmann Stefan Dodt aus Hüingsen gewählt wurde. Mit tatkräftiger Unterstützung des Hauptvereins gelang es der neuen Abteilung recht schnell, einen geregelten Trainings- und Spielbetrieb auf die Beine zu stellen. Geistige Grundlage der sportlichen Erziehung bildeten gemäß der Satzung des Hauptvereins die Richtlinien des DJK-Verbandes in Altenberg. Die Fußballabteilung wurde in den Westdeutschen Fußballverband aufgenommen und bestritt ihre Meisterschaftsspiele in der 2. Kreisklasse, wobei in den ersten Monaten Sonntag für Sonntag hohe Niederlagen eingesteckt werden mussten. Nur durch äußerste Disziplin und sportliche Kameradschaft wurde diese schwere Anfangszeit überwunden. Da die Mehrzahl der Spieler aus dem Ortsteil Hüingsen kam, tauchte schon bald der Gedanke auf, in Hüingsen einen eigenständigen Verein zu gründen. Besonders die Väter der Spieler drängten auf Selbständigkeit. Als schwierig erwies sich hierbei jedoch die Sportplatzfrage. Auf Drängen vieler älterer Hüingser Bürger und vor allem auch des Pfarrvikars Becker erklärte sich schließlich die katholische Kirchengemeinde Hüingsen bereit, eine ca. 5 Morgen große Wiese auf dem Kalberkamp südwestlich des Bürgerplatzes anzupachten. Nachdem Hüingsen somit einen eigenen "Sportplatz" besaß, war nach Ablauf des Spieljahres 1949/50 die Zeit reif für eine Umwandlung der "Fußballabteilung Saxonia Lendringsen" in einen selbständigen Hüingser Fußballverein. Die Sportkameraden von Saxonia Lendringsen - allen voran der Vorsitzende Franz Pingel - halfen erfreulicherweise tatkräftig mit, die Eigenständigkeit des Vereins in die Wege zu leiten. Eine außerordentliche Hauptversammlung wurde einberufen, die schließlich zur Gründungsversammlung führte.
 


GRÜNDUNGSVERSAMMLUNG am 25. JULI 1950

Die Tagesordnung dieser außerordentlichen Hauptversammlung der Fußballabteilung des Vereins "Saxonia Lendringsen" enthielt nur einen Punkt: wird die Fußballabteilung selbständiger Verein und löst sie sich dann von der DJK oder nicht?
Während zum Punkt Selbständigkeit schnell Einigung erzielt wurde, entbrannte um die Zugehörigkeit zur DJK und damit auch um die Notwendigkeit eines geistlichen Beirates eine heftige Diskussion, die in der vorgebrachten Behauptung gipfelte, ein Geistlicher gehöre nicht in eine Fußball Versammlung, sondern in seine Heimabende. Der Abteilungsobmann Stefan Dodt bezog in dieser Frage eindeutig Stellung: "Ich dulde eine Umwandlung in einen selbständigen Verein nur unter der Bedingung, dass dieser Verein der DJK angeschlossen bleibt." Auch Franz Pingel erklärte sich als Vorsitzender von Saxonia Lendringsen entschieden für den Anschluss an die DJK, da er "andernfalls eine Auflösung des werdenden Vereins befürworten musste." Pfarrvikar Becker ließ keinen Zweifel darüber aufkommen, dass auf der von der Katholischen Kirchengemeinde angepachteten Wiese nur ein der DJK angeschlossener Verein spielen dürfe. Nachdem auf einen weiteren Einwurf hin erklärt wurde, dass auch Andersgläubigen der Beitritt zu einem DJK-Verein gestattet sei, sprach sich die deutliche Mehrheit der Anwesenden für die Zugehörigkeit zur DJK aus.
Direkt im Anschluss an diese rege Diskussion erfolgten die ersten Vorstandswahlen, die folgendes Ergebnis brachten:
1. Vorsitzender: Stefan Dodt
2. Vorsitzender: Josef Wieneke
1. Geschäftsführer: Gisbert Deimen
2. Geschäftsführer: Paul Kemper
1. Kassierer: Heinz Rinsche
2. Kassierer: Franz Niemeier
Reserve- und Jugendobmann:
Obmann der 1. Mannschaft: Heinz Rinsche
Kassenprüfer: Franz Bettermann u. Paul Köster
Ballwart: Werner Schauerte
Pressewart: Anton Klüppel
Geistlicher Beirat: Vikar Becker

Abschließend wurde noch die Namensfrage behandelt. Es wurden zwei Anträge gestellt: 'Sportfreunde Hüingsen' und 'Sportverein Hüingsen'. Nach einer Abstimmung wurde der Name "Sportfreunde Hüingsen" angenommen. Damit war die "Geburt" des neuen Vereins endgültig vollzogen.
 

 

DAS VEREINSLEBEN NEBEN DEM FUSSBALL


In den vergangenen 50 Jahren wurde bei uns nicht nur Fußball gespielt. Bereits in den ersten Jahren nach der Vereinsgründung wurde Wert auf ein intaktes Vereinsleben auch außerhalb des Sportplatzes gelegt. So wurden schon früh Vereinswandertage mit den unterschiedlichsten Zielen durchgeführt. Vereinsfahrten, auch über mehrere Tage, führten die Vereinsmitglieder in alle Richtungen Deutschlands. Auch unsere Nachbarn, z.B. in Holland, Dänemark, Schweden oder Schweiz, wurden von uns besucht. Unsere Mannschaften gehen auch heute noch nach der Saison auf große Fahrt. Beliebtes Ziel bei allen ist z. Zt. die Ferieninsel Mallorca, aber auch Norderney oder Bad Hönningen haben wir schon oft besucht. Die vom Verein angebotene Vereinsfahrt, jedes Jahr im September, findet leider nicht mehr den gewünschten Anklang bei den Mitgliedern. Vielleicht wird das in den nächsten Jahren wieder besser.
Die "Alten Herren", eine besonders aktive Gruppe im Verein, was das Feiern angeht, ermitteln einmal im Jahr, Ende Oktober, am Tennisheim des örtlichen Tennisclub den "AH-König". Geschossen wird auf einen stolzen Adler, der seit vielen Jahren von Klaus Wieneke liebevoll gebaut und bemalt wird. Ebenso wird jedes Jahr im November auf der Kegelbahn der Gaststätte "Zum alten Fritz" der Kegelkönig ausgekegelt, begleitet von einem leckeren Grünkohlessen.
Selbstverständlich nehmen wir auch an den Veranstaltungen der Dorfvereine teil. Hier ist zu erwähnen, dass wir beim Karneval der Dorfvereine einige Auftritte hatten, die vom Publikum begeistert aufgenommen wurden. Besonderer Beliebtheit erfreut sich bei unseren Mitgliedern das alljährliche Schützenfest, Am Festzug nehmen wir mit Jugend- und Seniorenabteilung teil. Schon Tradition ist es geworden, dass die "Alten Herren" die Schützenvögel zum Ehrenmal und anschließend in die Schützenhalle tragen. Viele Sportfreunde haben auch schon den Vogel von der Stange geschossen, um dann für ein Jahr das Schützenvolk zu regieren. Nicht vergessen wollen wir die Besuche der WDR-Prominentenmannschaft, die sich zweimal in den Dienst für eine gute Sache stellten und für alle Beteiligten ein tolles Erlebnis war.
 

 

Jugendabteilung


Unsere Jugendabteilung ist stolz, ebenfalls auf eine 50-jährige Vereinsgeschichte zurückblicken zu dürfen. Gerade in der heutigen Zeit ist die Aufrechterhaltung einer Jugendabteilung recht schwierig. Das Freizeitangebot ist in den letzten Jahren enorm gewachsen, wodurch sich natürlich auch das Freizeitverhalten der Jugend stark verändert hat. Trotz aller Probleme ist es der Jugendabteilung immer wieder gelungen, Jugendliche und auch deren Eltern für den Fußballsport zu begeistern. Neben einigen Niederlagen sind es doch immer wieder die Erfolge, die uns ermutigen, Jugendarbeit zu betreiben und unseren Nachwuchs hiermit auf den rechten Weg für ihr späteres Leben zu bringen, nicht nur personell, sondern auch finanziell sind immer wieder enorme Hürden zu überwinden. Ohne die große Unterstützung aus dem Freundeskreis und den umliegenden Wirtschaftsunternehmen wäre Jugendarbeit nicht möglich. Die Jugend nimmt nicht nur am "normalen" Spielbetrieb teil, sondern hat auch sonst einiges zu bieten. So besteht seit vielen Jahren ein enger Kontakt mit unseren holländischen Freunden aus Musselkanaal. Diese Freundschaft wird durch Besuche und Gegenbesuche aufrechterhalten und vertieft. Weiterhin stehen Saisonabschlußfeiern, Vereinswanderung, Weihnachtsfeier fest im Programm. Zusätzlich nehmen unsere Jugendmannschaften an zahlreichen Turnieren teil. Das absolute Highlight ist das alljährliche Jugendturnier, das mittlerweile 4 Turniertage beansprucht. Das Jugendturnier wird neben dem reinen Fußballturnier auch genutzt, um die Dorfgemeinschaft zu pflegen; es werden zahlreiche Aktivitäten, wie zum Beispiel Torwand-, Elfmeterschießen, Spiel ohne Grenzen durchgeführt, an denen sich die Dorfgemeinschaft in sportlich fairem Wettkampf beteiligen kann. Hieran haben alle großen Spaß und in geselliger Runde kann man die Jugendabteilung neu oder naher kennen lernen. Auch auf dem Hüingser Schützenfest ist die Jugendabteilung mit ihren Mannschaften mittlerweile zum festen Bestandteil des Festzuges geworden. Jugendarbeit ist ohne die Mitwirkung zahlreicher Erwachsener nicht möglich. Zur Bewältigung aller Aufgaben, die eine Jugendabteilung mit sich bringt, werden neben dem Jugendvorstand auch zahlreiche Helfer benötigt. An dieser Stelle möchte sich die Jugendabteilung bei allen Eltern, Freunden und Gönnern für ihren selbstlosen Einsatz recht herzlich bedanken. Wir hoffen, dass uns auch künftig genügend Idealisten hilfreich zur Seite stehen werden, um die vielen Aufgaben, die unsere Arbeit mit sich bringt, zu bewältigen.
 

 

DAMENFUSSBALL IN HÜINGSEN


Im März 1982 feierte ein Hüingser Fußballspieler seinen Polterabend. Natürlich wurde bei diesem Anlass auch über Fußball gesprochen. Hierfür konnten sich auch einige der anwesenden "Fußballbräute" begeistern und plötzlich hieß es: "Wir gründen eine Damenmannschaft!" Das Für und Wider wurde heiß diskutiert. Die Damen ließen sich jedoch nicht mehr beirren und so kam es am 5. April 1982 zur Gründungsversammlung, an der 15 zukünftige Spielerinnen teilnahmen. Bereits am 18. April 1982 wurde das Training unter Anleitung von Helmut Voß aufgenommen. Bald fanden sich immer mehr interessierte Fußballerinnen ein und trainierten eifrig. Aus 35 (!) Damen musste eine Mannschaft gebildet werden, was kein leichtes Unterfangen war. Dem anfänglichen Enthusiasmus stand jedoch bei einigen die Erkenntnis gegenüber, dass Fußballspielen doch nicht so einfach ist, wie es den Anschein erweckt. So reduzierte sich der Kader auf etwa 25 Spielerinnen. Am 8. August 1982 war es dann so weit: Im Rahmen der Sportwoche fand das erste Spiel statt. Vor einer beachtlichen Zuschauerkulisse spielten sie gegen die Damen des TSV Ihmert. Das Spiel ging zwar mit 0:4 verloren, tat aber der Begeisterung keinen Abbruch. Als die Meisterschaftsrunde dann im September begann, war eine gute Mannschaft geformt und so wurde das erste M.-Spiel überhaupt bei den Damen des SV Berchum ausgetragen. Das Spiel wurde tatsächlich mit 1:0 gewonnen. Welch ein Jubel! Nach Abschluss der Saison belegten die Damen einen guten Mittelfeldplatz und hatten die Erwartungen weit übertroffen. In den folgenden Jahren wurden immer gute Platzierungen erreicht. Auch bei den verschiedenen Turnieren spielte die Mannschaft erfolgreich und gewann sogar ein Turnier bei den Damen der DJK Bösperde. Als nach vierjähriger Trainertätigkeit Helmut Voß sein Amt niederlegte, wurden die Damen von verschiedenen Trainern betreut. Doch irgendwie war jetzt der Wurm drin. Einige der Damen hörten aus Altersgründen auf, einige wechselten den Verein, andere wiederum mussten wegen Verletzungen passen. Da zu der Zeit ein Unterbau in Form einer Mädchenmannschaft fehlte, neue Spielerinnen nicht den Weg zu uns fanden, musste dann leider die Mannschaft im Laufe des Spieljahres 88/89 abgemeldet werden. Obwohl wir mittlerweile eine sehr erfolgreiche Mädchenmannschaft haben, ist es noch nicht wieder gelungen, eine neuformierte Damenmannschaft zu bilden. Wir geben die Hoffnung jedoch nicht auf, dass dies in nächster Zeit gelingt.